Evolution; welche Begriffe assoziierst du mit diesem einen Wort? Charles Darwin? Natürliche Selektion, Anpassung und ökologische Nischen? Oder vielleicht einfach nur Fortschritt in verschiedenen Bereichen? Im biologischen Sinn prägt dieses eine Wort die Mechanismen, wie sich das Leben auf der Erde entwickelt, verändert und anpasst. Schauen wir jedoch wie sich die Menschheit in kürzester Zeit entwickeln konnte, müssen wir uns fragen, ob dieser Prozess, zumindest in Verbindung mit Darwin, nicht mehr direkt auf uns anwendbar ist. Vielleicht braucht es eine Umdefinierung oder Ergänzung der biologischen Evolution, um die Mechanismen zu beschreiben, die uns nur als Menschen betreffen.

Warum das so ist, welche Aspekte dabei ergänzt werden könnten und warum Charles Darwin den Begriff „Evolution“ eigentlich gar nicht mochte, erfahrt ihr in der heutigen Episode.

Herzlich willkommen zum Finale von Staffel 1, ich bin Lukas und das ist Episode 6: Eine andere Art der Evolution.


Fangen wir erstmal wieder klein an und klären was hinter dem zentralen Begriff dieser Episode steckt: Evolutio kommt als Wortstamm aus dem Lateinischen, wo es für eine Bewegung stand und zum Beispiel im Kontext von Militärmanövern benutzt wurde. Im 17. Jahrhundert wurde das Wort ins Französische und Englische übertragen um eine andere Bewegung zu repräsentieren: dem Entrollen einer Schriftrolle, oder dem Öffnen eines Buches und damit im übertragenen Sinne auch als etwas Offenbarendes, oft mit direktem Bezug zur Bibel [1].

Zum Ende des 18. Jahrhunderts veränderte sich die Bedeutung und der Begriff wurde genutzt als etwas, dass sich in der Zeit, meist zu höherer Komplexität entwickelt. Damit stand der Begriff Evolution als Gegenstück der damaligen Zeit der Revolution. Von da machte der Begriff auch den Sprung in die Naturwissenschaft, so wie von Charles Lyell im Jahr 1832 beschrieben:

„Die Schalenweichtiere des Ozeans existierten zuerst, bis sich einige von ihnen durch eine  fortschreitende Evolution in jene an Land lebende weiterentwickelten“. [2]

In diesem Zusammenhang setzte sich auch dessen Freund Charles Darwin mit dem Begriff auseinander. Darwin ist wahrscheinlich der erste Name, der einem in Verbindung mit dem Evolutionsbegriff überhaupt in den Sinn kommt. Dabei widerstrebte ihm der Begriff eigentlich, eben wegen seiner Zweitbedeutung als das Entrollen oder Offenbaren von einem niedergeschriebenen Text und damit der Metapher, auch die biologische Weiterentwicklung wäre etwas fest Verankertes und Vorhergesehenes und durch die Verbindung des Begriffes mit der Bibel, vielleicht sogar Göttliches [1, 3].

Das Werk, das heute hauptsächlich den Begriff prägt ist Darwins eigenes Werk „On the Origin of Species“, auf Deutsch: „Über die Entstehung der Arten“. Zuerst erschienen im Jahr 1859, stellt er darin die Mechanismen vor, die die biologischen Evolution steuern und als ständigen Prozess der Weiterentwicklung definieren: die natürliche Selektion, das Überleben der besser Angepassten und dass Lebewesen gezwungen sich an ihre Umwelt anzupassen. Seine Einstellung zum Begriff Evolution zeigt sich übrigens deutlich darin, dass er in der fast 500 Seiten langen Erstfassung des Buches nur zweimal benutzt wurde. Im allerletzten Absatz vor dem Schlusswort heißt es:

„Es ist Großartigkeit darin, dass Leben mit seinen verschiedenen Kräften so zu sehen, dass es ursprünglich als wenige Formen oder eine einzige kreiert wurde; und dass sich, während dieser Planet sich nach dem festen Gesetz der Schwerkraft weiterbewegt hat, aus einem so simplen Anfang endlose Formen größter Schönheit und größtem Wunder evolviert wurden und evolviert werden.“ [4]

In Episode 2 wurde die natürliche Selektion und die Anpassung an ökologische Nischen als Wirkmechanismen der Evolution erklärt. Es lohnt sich, erstmal zu schauen, wie die diese Mechanismen die geschichtliche Entwicklung des Menschen, so wie er heute existiert, beeinflusst haben und uns dann langsam heranzutasten, mögliche Ursprünge für eine eigene Evolution zu suchen. [5]

In der biologischen Klassifikation heißt der heutige Mensch Homo sapiens. Wir sind die einzige lebende Art unserer Gattung und die nächsten uns verwandten Arten, die noch leben, sind Bonobos und Schimpansen. Gemeinsam mit den Gorillas und Orang-Utans bilden wir zusammen die Familie der Menschenaffen. Durch die Analyse der genetischen Unterschiede zwischen den Arten und dem Einbezug paläontologischer Erkenntnisse kann ein Stammbaum entwickelt werden, an dem wir hochklettern können, bis wir den heutigen Menschen erreichen.

Die Populationen, die existierten, bevor es zur Verzweigung in diesem Baum kommt und sie sich als Spezies getrennt voneinander weiterentwickelten, werden als letzte gemeinsame Vorfahren bezeichnet. Die letzten gemeinsamen Vorfahren aller Menschenaffen lebten vor etwa 10 bis 20 Millionen Jahren [6-8], zu einer Zeit als sich viele Arten zu denen weiterentwickelten, die wir heute kennen [9]. Schimpansen und Bonobos sind als unsere nächsten lebenden Verwandten besonders interessant, weil sie sich auch bereits vor 6 bis 8 Millionen Jahren von uns abspalteten [8]. Das heißt, dass alle uns näher verwandten Arten mittlerweile ausgestorben sind und nur noch über Fossilien nachverfolgt werden können.

Diese beschreiben dann direkt den Weg zum heutigen Mensch, mit Abzweigungen, die im Nichts enden. Dieser Weg ist aufgrund der beschränkten Beweislage nur spärlich beschreibbar, führt jedoch über Gattungen, wie den Australopithecus. Diese existierten zwischen 2 und 4 Millionen Jahren vor uns im östlichen Afrika und repräsentieren eine Übergangsstufe, die bereits die dichten Wälder verlassen, sich gut auf dem Boden fortbewegen konnte [10] und erste Steinwerkzeuge nutzte [11]. Von da findet man ab 2,8 Millionen Jahren vor uns die ersten Funde, die zur Gattung Homo gezählt werden [12], welche sich nach und nach unter anderem durch vollständige Anpassung an das Laufen auf zwei Beinen, Abnahme der Körperbehaarung und eine größere Körperhöhe auszeichnen

Mit der Anpassung an ein bewegungsreiches Leben auf zwei Beinen, erlangten wir dann auch die Möglichkeit sich auszubreiten, sodass bereits vor 1 bis 2 Millionen Jahren Spuren unserer Vorfahren der Homo erectus, sowohl in Asien, als auch in Südeuropa zu finden sind [13]. In dieser Zeit finden sich auch die ersten Zeichen der Nutzung von Feuer, obwohl noch unklar ist, ab welchem Punkt wir in der Lage waren, Feuer zu erhalten und dann sogar selber zu erzeugen [14].

Wir überspringen einige Schritte und kommen zu uns, dem modernen Menschen Homo sapiens, welcher sich vor etwa 200- bis 400.000 Jahren entwickelte [15] und der Zivilisationseigenschaften wie Bekleidung, Kochen und das Nutzen von Sprache zeigte. Unsere Vorfahren begannen zudem, sich aus Afrika heraus auszubreiten und in ihrem Vorkommen häufiger zu werden [16]. Zwei andere Arten an Menschen existierten zu diesem Zeitpunkt jedoch noch in Europa und Asien, auf die Homo sapiens nun traf. Diese beiden sind die Neandertaler und die Denisova [17]. Es ist nicht ganz klärt, was bei diesen Aufeinandertreffen geschah, jedoch konnten wir durch DNA-Analysen herausfinden, dass es teilweise eine Vermischung des Erbguts zwischen den Arten gab, sodass immer noch Signaturen aus dem entschlüsselten Neandertaler-Genom [18] in modernen Menschen gefunden werden konnte [19]. Fakt ist auch, dass die anderen beiden Arten ausstarben und Homo Sapiens als einzige Menschenart übrig ließen.

Innerhalb der letzten 10- bis 50.000 Jahre breiteten sich unsere Vorfahren dann auch auf den anderen Kontinenten aus und damit war die Art weltweit verbreitet. Dadurch gab es auch den biologischen Zwang sich an die vielfältigen Lebensräume anzupassen, auch hervorgerufen durch den Selektionsdruck. Ein typisches Beispiel ist das Aufkommen hellerer Hautfarben in höheren Breitengraden mit weniger Sonne [20]. Abgesehen von solchen Beispielen, sind wir Menschen trotz unserer geographischen und zahlenmäßigen Verbreitung auf genetischer Ebene wenig divers, vor allem in den Gebieten, die erst in den letzten Jahrzehntausenden besiedelt wurden [21]. Die Unterschiede, die es gibt ergeben sich meistens direkt aus den Anpassungen, die durch die neuen Lebensumstände kamen.

Darüber hinaus haben wir jedoch im selben Zeitraum eine Entwicklung gesehen, die eben nicht über Anpassung auf genetischer Ebene abläuft: die Entwicklung moderner Zivilisationsstrukturen [22-24], mit den entsprechenden Voraussetzungen, wie Arbeitsteilung, spezialisierten Werkzeugen, Kommunikationsmitteln, wie Sprache oder Kunst. Von da an beschleunigte sich die Geschwindigkeit dieser Entwicklungen nur und führt uns zu den technischen und wissenschaftlichen Fortschritten, die wir jetzt als so bezeichnend für uns als Menschheit sehen.

Am Ende sind wir jedoch nur eine Art von Millionen auf dieser Erde und auch wenn die Konzepte einer klassischen biologischen Evolution nicht direkt auf uns wirken, müssen wir uns mit denselben Grundproblemen von Überleben und Anpassen auseinander setzen und darauf dann eine eigene Antwort finden. Und auch wenn es nicht überrascht, dass wir bei der Beantwortung dieser Frage hauptsächlich die Biologie betrachten, darf ein ganz wichtiger Aspekt nicht vergessen werden: Wir Menschen sind wie keine andere Art von unserer Gesellschaft abhängig. Und wenn wir heute über unsere Weiterentwicklung reden, betrifft es nie die einzelne Person, sondern auf dem einen oder anderen Weg immer uns alle als gesamtheitliche Gesellschaft.


Ein Konzept der klassischen biologischen Evolution, das sich nicht mehr auf uns anwenden lässt sind die in Episode 2 erstmals angesprochenen ökologischen Nischen. In der Natur läuft es, sehr vereinfacht gesagt, so ab, dass ein Individuum gezwungen ist, sich an seine Nische anzupassen und damit die Chancen erhöhen zu überleben um sich fortzupflanzen und damit die weitere Existenz und Entwicklung der Spezies zu ermöglichen. Der Unterschied zu uns Menschen sollte offensichtlich sein: wir haben keine Nische, an die wir uns anpassen müssen. Wir haben uns selbst ein Umfeld geschaffen, in dem wir leben können, dass unsere grundsätzliche Versorgung sichert und damit auch das Überleben. In diesem Rahmen hat dann jedes Individuum eine möglichst große eigene Entscheidungsfreiheit über die Lebensführung und damit die Kreation einer eigenen Nische [25].

Diese Gelegenheit zur Selbstbestimmung bringt ein gewisses Maß an Egoismus mit sich, um seine Nische zu kreieren. Dies wird kritisch, wenn damit ein Kampf um Ressourcen einhergeht. Diese Kämpfe gibt es auch in der Natur. Dort beschränken sie sich aber auf Vorgänge, wie etwa das Beanspruchen von Territorien oder Nahrungsmitteln. Wir Menschen haben durch unseren Fortschritt eine unglaubliche Macht die Ressourcen in unserer Umgebung, zu nutzen und unseren Wünschen anzupassen. Wir nutzen diese Macht auch im Interesse unserer Entscheidungsfreiheit auch aus.

Jedoch zeigt sich nach und nach immer deutlicher, dass dieses Handeln nicht nachhaltig ist und wir teilweise im Wissen agieren, dass wir dadurch schwerwiegende und irreversible Schäden anrichten können. Dies stellt uns vor ein ethisches Dilemma: Auf der einen Seite steht die eigentlich unabdingbare Entscheidungsfreiheit das Leben frei zu gestalten und auf der anderen Seite die Verantwortung durch nachhaltiges Handeln Schäden zu vermeiden [26].

Der Bezug zur biologischen Evolution besteht nun darin, dass es eigentlich das höchste Ziel ist, das Überleben der eigenen Spezies zu sichern. Blicken wir auf unser immer besser werdendes Verständnis unseres potentiellen und wirklichen Einflusses auf die Umwelt, aber auch die Möglichkeit diesen Einfluss so zu gestalten, dass er keine Zerstörung anrichtet. Es fällt auf, dass wir durch unser egoistisches Handeln genau dieses höchste Ziel verfehlt werden könnte. In anderen Worten: Wenn wir so weiter machen, wird die Menschheit in ihrer Existenz bedroht.

Damit sei auch nochmal klar gesagt; auch wenn es in diesem Kapitel um unsere Verantwortung als Gesellschaft, wenn wir darüber reden, die Weiterexistenz unserer Spezies zu ermöglichen, dann reden wir wieder über Evolution im strikt biologischen Sinne. Bloß halt nicht in Bezug auf Mechanismen der Selektion und Anpassung, die die einzelne Person betreffen, sondern die Notwendigkeit uns als menschliche Gemeinschaft zu sehen, die gemeinsam arbeiten muss um unser aller Überleben sicherzustellen [27]. Dieser Prozess der Weiterentwicklung unserer Art nach neuen Mechanismen wäre dann in der Tat eine andere Art der Evolution.

Die Herausforderungen dabei sind dabei groß und bedürfen sowohl die Anstrengungen aus individueller Entscheidungsfreiheit und der Zusammenarbeit der kollektiven Menschheit. Die Einsicht, dass unser Überleben als Art über der individuellen Lebensführung steht und die daraus gezogenen Schlüsse zum Handeln, werden diese Art der Evolution kennzeichnen und einen großen Entwicklungsschritt für uns darstellen, auch wenn nicht absehbar ist, wann oder überhaupt ob wir diese Einsicht haben werden.

Daher lass dich vielleicht von diesem Kapitel inspirieren und hinterfrage, wie dein persönliches Handeln mit der Verantwortung dessen Folgen zu tragen übereinstimmt. Vielleicht kommst du zu einer guten Einsicht.


Das Überleben der Spezies zu sicher mag vielleicht das höchste Ziel der Evolution sein. Die Mechanismen, die Darwin beschrieben hat wirken jedoch auf einer viel kleineren, individuellen Ebene, die durch eine bestimmte Fragestellung gekennzeichnet werden: Wer schafft es sich fortpflanzen? Vielleicht sollte eine Ergänzung der Evolution im Menschen sich darauf beziehen.

Generell laufen nämlich auch hier die Mechanismen im Menschen anders ab, als in anderen Arten. Durch unsere Loslösung von Selektionsdruck durch ökologische Nischen fällt ein wichtiger Auswahlmechanismus weg. Auch das Aussortieren von Individuen mit Beeinträchtigungen ist in der Natur ein Weg zur Selektion, der beim Menschen so nicht funktioniert. Im Gegenteil sind wir sogar in der Lage Schwangerschaften zu ermöglichen, wo es natürlich erschwert gewesen wäre. Diese Assistenz zur Reproduktion ist natürlich erstmal etwas Wünschenswertes, wenn es Paaren oder Alleinstehenden den Kinderwunsch erfüllt. Dazu gehören zum Beispiel Techniken wie die künstliche Injektion von Spermien, die in-vitro-Befruchtung von Eizellen, das Spenden besagter Zellen durch Dritte und damit auch das Konzept der Leihmutterschaft. Allein diese Methoden haben uns vor neue ethische Fragen gestellt, wobei vor allem das Konzept der Elternschaft, als ein männliches und ein weibliches Individuum als Partner, sowie die Selbstbestimmung beim Nachwuchs diskutiert wurden.

Noch komplizierter wird das Ganze allerdings dadurch, dass man durch die Auswahl der Zellen zur Befruchtung eine gewisse Kontrolle über den Reproduktionsvorgang erhält. Das ist zum Beispiel bei einer anderen Methode relevant: der Mitochondrienersatztherapie. Im Grunde genommen können eine ganze Reihe Erkrankungen durch fehlerhaftes Erbgut der Mitochondrien vererbt werden. Sind diese Fehler bekannt, besteht die Möglichkeit durch den Austausch des Zellplasmas der Eizelle die mitochondriale DNA zu entfernen und durch gesunde DNA einer dritten Person zu ersetzen [28]. Diese Technik wurde erstmals um die Jahrtausendwende eingesetzt [29] und seitdem in einer ganzen Reihe weiterer Fälle [30]. Diese Kinder haben im biologischen Sinne tatsächlich drei verschiedene Elternteile.

Einen Schritt weiter in der Kontrolle der Reproduktion stehen verschiedene Untersuchungsverfahren, die an verschiedenen Stufen des Prozesses angreifen. Am unkritischsten ist der Einsatz von Pränataldiagnostik. Dabei wird der sich entwickelnde Fötus im Mutterleib untersucht durch Ultraschall oder der Analyse von Blut, Plazenta oder Fruchtwasser. Dabei geht es neben der Gesundheit des Fötus auch um das Sicherstellen der mütterlichen Gesundheit. Schwierig wird es bei der Diskussion von Schwangerschaftsabbrüchen, wenn mögliche Fehlbildungen oder Behinderungen sich während der Diagnostik aufzeigen und vermeidbares Leid für Eltern und Kind mit dem Wunsch nach Nachkommen abgewogen werden muss [31]. 

Um die möglichen Belastungen eines Schwangerschaftsabbruches bei der assistierten Reproduktion zu umgehen, besteht hier die Möglichkeit, bereits vor dem Beginn der Schwangerschaft Keimzellen oder Embryo zu untersuchen. Diese Methoden heißen dementsprechend Präfertilisationsdiagnostik bzw. Präimplantationsdiagnostik. Damit lassen sich bereits im frühesten Stadium mögliche genetische Erkrankungen diagnostizieren und auch vermeiden, in dem man die Zellen dann einfach nicht einsetzt. Gleichzeitig bietet sich bei der Präimplantationsdiagnostik schon eine Gelegenheit, das Geschlecht zu ermitteln, oder die Embryonen nach gewissen Eigenschaften zu selektieren.

Und damit sind wir genau bei dem evolutionären Bezug: die natürliche Selektion wird ausgetauscht gegen eine diagnostische. Es besteht die Möglichkeit Embryonen auszusuchen, die bestimmten Anforderungen der Eltern genügen, womit eine Bewertung stattfindet. Auch dies muss ethisch hinterfragt werden, da es eine Einflussnahme auf den natürlichen Prozess der Reproduktion ist. Dementsprechend sind gewisse Diagnoseverfahren mehr oder weniger akzeptiert [32]. Während die Präimplantationsdiagnostik in Deutschland seit 2011 [33], Österreich seit 2015 [34] und der Schweiz seit 2017 [35] in eingeschränkten Fällen erlaubt. In Österreich zum Beispiel nur nach wiederholt fehlgeschlagener künstlicher Befruchtung und begründeten Verdacht, dass erblich bedingte Unfruchtbarkeit die Ursache ist [34]. In keinem der Länder ist die Selektion nach Geschlecht erlaubt.

Während alleine die Selektion von Embryonen anhand ihrer Eigenschaften schon kritisch betrachtet wird, hält es die wissenschaftliche Entwicklung nicht davon ab noch einen Schritt weiter zu gehen und das Erbgut nicht nur zu analysieren, sondern aktiv zu beeinflussen. Damit wird der Blickpunkt der Selektion weg von den Individuen gelenkt, die sich reproduzieren dürfen, hin zu den Nachkommen, die sich zu neuem Leben entwickeln dürfen. Die Argumente dahinter sind auch hier das Vermeiden von Krankheit und die Ermöglichung eines besseren Lebens der Nachkommenschaft. Anders gesagt heißt dies: eine Gentherapie auf embryonaler Ebene oder um es in einem stark vereinfachten, sensationsbehafteten Begriff zu sagen: Designerbabies.

Und damit kommen wir zu einer Geschichte, die im Oktober 2018 große Wellen geschlagen hat: Die überraschende Ankündigung der Geburt der ersten Kinder aus genetisch modifizierten Keimzellen durch den chinesischen Forscher Hè Jiànkuí. In seinem Experiment wurde durch die Beeinflussung eines bestimmten Gens in Embryonen ein möglicher Schutz vor einer HIV-Infektion eingeführt. Als Samenzellspender der Embryonen wurden HIV-positive Männer gewählt und der Erfolg wurde bei Vermeidung der Virusverbreitung durch die eingebrachte Mutation gewertet. Auf diesem Wege wurde dann die Geburt der Zwillinge Lùlu und Nàna verkündet, bei denen genau dies gelang. Die Arbeit seiner Forschungsgruppe fand im Geheimen statt und es gibt auch keine Dokumentation, ob die Eltern in voller Einwilligung am Experiment teilnahmen. Die Reaktion auf diese Ankündigung war überwältigend negativ, mit dem klaren wissenschaftlichen Konsens, dass zum einen ethische Grundlinien im Umgang mit Patienten und sicherer wissenschaftlicher Praxis gebrochen wurden zum anderen noch nicht einmal die Sicherheit der genutzten Methoden gezeigt wurde, mit der klaren Aussage, dass es umso verwerflicher sei, diese dann direkt am Menschen zu testen [36].

Unabhängig von der schwerwiegenden gesellschaftlichen und ethischen Tragweite dieses Experiments, zeigt es jedoch, dass eine wissenschaftlich machbare Realität ist, die in der Diskussion einer neuen biologischen Evolution auf Basis einer embryonalen Selektion bedacht werden muss, da sie schlicht eine Stufe in diesem Entwicklungsprozess ist. Denn im Grunde genommen können damit allerhand Veränderungen im Erbgut erzeugt werden, die als Weiterentwicklung interpretiert werden können, beginnend mit der Verhinderung von Erkrankungen oder Fehlbildungen, über den Ausschluss möglicher Risikomutationen, die nicht direkt Krankheiten auslösen, diese aber fördern könnten, bis hin zu krankheitsunabhängigen Faktoren, wie der Beeinflussung des Aussehens. Die wichtige Frage dabei ist: Wo liegt die Grenze? Und noch wichtiger ist die Frage: Wer bestimmt, wo die Grenze liegt?

Das bringt uns zurück auf eine Diskussion aus Episode 4: Wenn wir die Kontrolle über Prozesse erlangen, die vorher natürlich und unveränderlich abliefen; wer hält diese Kontrolle inne [37]? Ähnlich wie die Frage, wer entscheidet wann man stirbt, sollte das Altern als Prozess entfernt werden; stellt sich die Frage, welche Kinder dürfen geboren werden, wenn es eine genetische Selektion oder Beeinflussung gibt? Wenn die Macht des Zufalls bei der Auswahl der genetischen Merkmale in Embryonen entfernt wird, muss jemand eine Entscheidung dazu treffen und im schlimmsten Fall liegt dies bei einer dritten Macht von außen.

Wir sehen also, dass eine Evolution, die uns die Kontrolle über die Selektion genetischer Merkmale gibt, uns auf einen Pfad führt, den wir noch nicht einschätzen können und gleichermaßen Möglichkeiten, wie auch Gefahren birgt.


Kurze Rekapitulation: Wir haben nun Evolution im Zusammenhang seines Ziels den Fortbestand der Spezies zu sichern diskutiert und gesehen, dass dies uns weg von der Betrachtung der einzelnen Person, hin zu einem gesellschaftlichen Zusammenwachsen führt; wir haben diskutiert, wenn der Mensch die natürliche Selektion als Wirkmechanismus der Evolution in die Hand nimmt und festgestellt, dass die dabei eingesetzten Technologien das Potential bieten Krankheiten zu heilen, aber auch leicht missbraucht werden können. Kommen wir in diesem Kapitel zu einem dritten Aspekt, der mit dem eigentlichen Evolutionsbegriff zu tun hat: die Weiterentwicklung der Art.

Es geht hier direkt darum, durch technisches und wissenschaftliches Verständnis unsere Fähigkeiten zu erweitern; unser Leben also zu optimieren. Dabei besteht kein Bezug zum Weiterbestehen unserer Art, der Reproduktion oder Selektion, sondern ganz einfach Übernahme des Jobs der Evolution: für die Anpassung an die Nische zu sorgen. Und da wir ja schon gesehen haben, dass unsere Nischen nicht zum Überleben, sondern zur Selbstentfaltung da sind, kann man simpel sagen: es geht darum ein möglichst gutes Leben zu ermöglichen. Dazu kommt, dass jeder seine Lebensentscheidung möglichst eigenständig trifft und dadurch eine eigene Nische mit eigenen Ansprüchen kreiert, womit auch die Möglichkeiten zur Verbesserung oder Erweiterung individuell und grenzenlos sind.

Zuvorderst kann hier auf die Menschen hingewiesen werden, die aus medizinischer Sicht die Forschung daran benötigen: nämlich all jene, die darauf angewiesen sein könnten, Menschen mit Störungen, Behinderungen oder Erkrankungen. Hier ist erstmal das Ziel, diese Menschen zu behandeln, ihnen zu assistieren und dadurch die Rückführung zu einem unbeeinträchtigten Leben zu ermöglichen. Das allein steckt hinter jeglichem medizinischen Fortschritt von Pflastern über Krücken über jedes einzelne Medikament, jede Impfung und jeden chirurgischen Eingriff. Wir sind in der Lage dort einzugreifen, wo uns in der Natur hätte Schaden zukommen können.

Weiter führt uns dieser Pfad der Evolution zu Techniken körperliche Schäden, wie den Verlust von Sinnen oder Körperteilen zu überkommen. Wie in Episode 5 erklärt, verstehen wir mittlerweile besser, wie unser Gehirn mit solchen Verlusten umgeht und können ihm dabei helfen, die Beeinträchtigungen zu überwinden.

Ein Beispiel dafür ist eine Kompensation des Verlusts des Sehsinns durch das Erlernen versteckter Fähigkeiten im Hörsinn. Eine dieser Fähigkeit ist die Echoortung. So wie Fledermäuse oder Delfine sich durch das Aussenden und Aufnehmen von Schallsignalen orientieren können, kann auch der Mensch erlernen sich an reflektierten Geräuschen im Raum zurechtzufinden [38]. Dau produzieren sie mit ihrem Mund ein Klickgeräusch, dessen Reflektion in der Umgebung Informationen zurück an den Sender liefert. Dadurch, dass wir zwei Ohren haben kann, analog zum dreidimensionalen Sehen, auch dreidimensional gehört werden. Als Demonstrationsbeispiel findet ihr in den Shownotes zu dieser Episode einen Vortrag des US-Amerikaners Daniel Kish, der genau diese Methode einsetzt und dessen breitere Anwendung fördert [39].

Ein anderes Beispiel betrifft unsere Fähigkeit Nervenanregungen als elektrische Aktivität zu verstehen und mittlerweile auch ausnutzen zu können. Konkret heißt das: die Verknüpfung des Nervensystems mit elektronischen Bauteilen, eine direkte Schnittstelle zwischen Gehirn und Maschine. Diese nutzen entweder die Ableitung von Hirnströmen oder eine direkte Verbindung zu Nervenfasern um durch die Auswertung der Signale eine bestimmte Reaktion zu erreichen. Derzeit gibt es drei vielversprechende Anwendungsbereiche dieser Methode: die Wiedererlangung körperlicher Funktionen nach Schäden wie Schlaganfällen [40], der Entwicklung besserer Prothesen, die direkt kontrolliert werden können [41] und die Kommunikation mit Patienten mit locked-in-Syndrom. Letztere sind besonders interessant, da sie jegliche Bewegungsfähigkeit verloren haben und trotzdem bei vollem Bewusstsein sind. Die Schnittstelle erlaubt ihnen allein über Hirnaktivität nach außen zu kommunizieren [42].

Gehen wir jedoch wieder einen Schritt weiter und schauen, wofür diese Technologie potentiell eingesetzt werden könnte, wohin uns diese Form der Evolution führen könnte. Denn grundsätzlich können wir durch diese technologische Unterstützung jeden Aspekt unseres Lebens beeinflussen und damit verbessern. Unser Gehirn gewöhnt sich an den Einsatz dieser Technik als eine Art Erweiterung und wird dadurch direkt in dessen Arbeitsprozesse integriert [43]. Als einfaches Beispiel gewöhnt sich unser Gehirn zum Beispiel an die Nutzung von Smartphones durch eine bessere Gewöhnung feiner Bewegungen bei der Bedienung von Touchscreens [44].

Damit rücken weitere Fortschritte in greifbare Nähe, die einfach nur darauf aus sind unseren Körper speziellen Aufgaben anzupassen. Beispiele dafür sind die Verbindung zweier Gehirne über Schnittstellen zur stillen Kommunikation zwischen Individuen [45], oder mechanische Anwendungen wie bei Prothesen, bloß in diesem Fall nicht zur Therapie einer körperlichen Beeinträchtigung, sondern zur Verbesserung der körperlichen Stärke und Belastbarkeit [46].

Dann gibt es noch die Möglichkeit dem Körper komplett neue Sinne zur Verfügung zu stellen, welche dann im Gehirn integriert werden. Dieser Vorgang heißt sensorische Augmentation, und eine mögliche Anwendung ist zum Beispiel ein Signal, dass Norden anzeigt, entweder akustisch [47] oder durch eine Vibration [48]. In beiden Fällen konnte das Gehirn die neue Information integrieren und so bei der räumlichen Wahrnehmung und Orientierung helfen.

All dies klingt natürlich sehr spannend und wie Anfangs schon erwähnt, sind die Möglichkeiten so grenzenlos, wie die eigene Nische es erlaubt. Jedoch auch nur, bis wir hier wieder auf Einschränkungen stoßen und vor allem wieder auf das zentrale Problem der Ressourcenknappheit. Das bedeutet, sich bewusst zu sein, dass man doch nicht alle Verbesserungen möglich sind, die man sich erträumen kann, egal wie anregend der Gedanke auch ist. Irgendwo muss bestimmt werden, wer die Verbesserungen bekommt und wo der Fokus auf neuen Entwicklungen liegt. Derzeit ziehen wir die Grenze dort, wo Menschen die Entwicklungen tatsächlich als Therapie nutzen können. Aber eine Verfolgung dieser Art der Evolution führt uns vielleicht zu einem Streben nach Verbesserungen, einfach der Verbesserungen wegen. Das bietet in sich selbst wieder große ethische Fragen, vor allem vor dem Hintergrund einer möglichen Ungleichbehandlung zwischen den Menschen.

Am Ende fördert dieses Denken wieder den Egoismus in der Gesellschaft immer nach der eigenen Optimierung zu streben, wenn es doch eigentlich unsere Herausforderung sein sollte als Menschheit zu agieren. Denn egal wie wir uns am Ende weiterentwickeln, wir stehen alle gemeinsam in diesem Jahrhundert vor großen Problemen, die wir auf die eine oder andere Weise lösen müssen. Wir haben hier drei Wege einer anderen biologischen Evolution vorgestellt, einem, der auf unserer kollektiven Empathie beruht, einer, der auf die gezielte Beeinflussung und Selektion in unserer Nachkommenschaft abzielt und einer, der auf der Optimierung unserer Fähigkeiten durch technischen und wissenschaftlichen Fortschritt basiert. Welchen dieser Wege der Beste ist, kannst du nur für dich entscheiden; welchen Weg wir als Menschheit gehen werden wird sich in der Zukunft zeigen.


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