Heute gehen wir tief in uns und erkunden welche Teile unserer Existenz wir wirklich kennen, welche uns bewusst sind, auf welche wir Einfluss haben. Das klingt jetzt erstmal hochtrabend, aber wir bleiben auf dem Boden der Tatsachen. Denn unser Gehirn leistet faszinierende Leistungen und verbirgt Fähigkeiten, die du so wahrscheinlich noch nicht kennst.

Wir wechseln also nach den Episoden über das Altern leicht das Thema und reden über Kognitionswissenschaft, also der Wissenschaft bewusster Vorgänge und was darauf einwirkt. Gleichzeitig lernen wir heute 2 Sinne kennen, die du besitzt, aber nicht nutzt; einen Fisch, der seine Umgebung über Elektrizität wahrnimmt und wieso ein Niederländer fast nackt 20 km durch Schnee und Eis laufen kann. Darum und um noch mehr geht es heute!

Herzlich willkommen, ich bin Lukas und das ist Episode 5: Der schrullige Hauswart


Stell dir vor, du wärst ein Haus, einem großen, gut eingerichteten Haus, in dem erstmal an nichts mangelt. In diesem Haus wohnen drei Personen, die verschiedene Teile von dir repräsentieren: der ersten Person gehört das Haus und lebt einfach nur hier. Sie repräsentiert deinen Körper. Die zwei weiteren Personen werden benötigt, um sich um den Körper zu sorgen, damit dieser ein gutes Leben führen kann. Diese beiden treffen auch alle Entscheidungen im Haushalt: zum einen lebt in deinem Haus eine Haushälterin, die dein Bewusstsein repräsentiert und alle Aufgaben hat, die du auch für deinen Körper übernimmst. Dazu gehören die Tagesbeschäftigungen, wann Schlafenszeit ist, was und wann gegessen wird und so weiter. Die dritte Person ist der etwas schrullige, verschlossene Hauswart. Er redet nicht direkt mit den anderen Bewohnern, sondern hinterlässt nur überall Zettel und macht auch sonst sein eigenes Ding. Er schreibt an den Kühlschrank, wenn er glaubt es wäre bald Zeit zum Essen oder öffnet einfach die Fensterläden, wenn er denkt es sei Zeit aufzustehen. Aber er hat auch viele Aufgaben und die erledigt er tadellos. Er sorgt für die Heizung und die Lüftung des Hauses und schaut dass es immer optimal eingerichtet ist. Wie du dir vielleicht denken kannst steht diese Person für all die unbewusst und unwillkürlich ablaufenden Prozesse.

Jetzt wo wir die Bewohner kennengelernt haben, schauen wir uns etwas im Haus um. Zur Ernährung gibt es eine Küche, zur Erholung Schlafzimmer, für die sportliche Gesundheit gibt es Sportgeräte und einen Garten, für die geistige Gesundheit einen Hobbyraum und ein Arbeitszimmer und für alle sonstigen körperlichen Notwendigkeiten gibt es ein Bad. So wie in dem Haus jedes Zimmer eine Funktion zum Wohlbefinden seines Besitzers hat, so dienen die verschiedenen Funktionen dem Überleben unseres Körpers. Erhalten werden diese durch konstante bewusste Entscheidungen und unterbewusste Abläufe; also durch die Arbeit der Haushälterin und des Hauswarts.

Um sicherzustellen, dass die Arbeit immer getan ist haben diese beiden Systeme um das Haus zu überwachen. Wir nennen sie bei uns Sinne. Die Haushälterin nimmt bewusst Informationen wahr und trifft basierend darauf Entscheidungen. Dazu gehören die fünf klassischen Sinne definiert nach Aristoteles [1]: Sehen, Schmecken, Riechen, Fühlen und Hören. Dieses Modell bestand für lange Zeit, wurde aber mit dem Aufkommen der medizinischen Forschung immer mehr erweitert. Für die Entscheidungsfällung werden jetzt häufig noch ein Gleichgewichtssinn [2], ein Sinn für die relative Position unseres Körpers, die Propriozeption [3], ein Sinn für Temperatur, die Thermorezeption [4], hinzugezählt. Damit kann die Haushälterin Informationen zur Umwelt und deren Interaktion mit dem Haus sammeln, die dann als sogenannte Reize helfen Entscheidungen zu treffen. Ein Sonderfall ist ein weiterer Sinn, die Nozizeption, der Sinn für Schmerz. Warum das so ist, erkläre ich später. Damit haben wir hier zumindest eine Liste an neun wichtigen Sinnen, die du nutzt.

Wer sagt aber nun, welche Reize von den Sinnen wahrgenommen werden wichtig sind? Wer legt die Arbeitsteilung im Haus fest? Der Hauswart. Er repräsentiert hier wieder die unterbewusste Kontrolle des Gehirns über alle Vorgänge. Er weist den Räumen ihre Funktion zu und teilt die Zuständigkeit für die Aufgaben ein. Und damit verfügt er auch über eine größten Fähigkeiten: Er kann die Prioritäten im Haus verschieben und Zimmer neu einrichten, wenn er es für notwendig ansieht.

Biologisch gesehen heißt diese Fähigkeit Plastizität. Im Gegensatz zur früheren Ansicht, dass das Gehirn Strukturen mit fest zugewiesener Funktion folgt, zeigt es sich nun mehr und mehr, wie sehr sich unser Gehirn an Veränderungen durch Stress, Hormone, wirksame Stoffe, Lernen oder Altern anpassen kann [5]. Einen guten Artikel dazu mit weiterführenden Empfehlungen habe ich hier einmal direkt in den Shownotes verlinkt [6]. Diese Prozesse der Plastizität passieren unterbewusst und die Mechanismen, die dabei ablaufen lassen uns erst langsam begreifen, wie viele Fähigkeiten da eigentlich in uns stecken, die uns nicht bekannt sind.

Leider ist die einzige Person im Haus, die all diese Fähigkeiten kennt: der Hauswart. Und der spricht nun mal leider nicht mit den anderen Bewohnern. Er tut nur, was getan werden muss.


Der Hauswart tut, was getan werden muss. Was meine ich damit? Er handelt immer nur aus Notwendigkeit. Ohne eine Veränderung in den aufgenommenen Reizen oder inneren Prozessen gibt es keinen Grund das Haus, oder halt das Gehirn, in großem Maße umzuräumen.

Daher zeigen sich die Möglichkeiten, die durch unsere Anpassungsfähigkeit erlaubt sind am deutlichsten in denen, die sie voll ausschöpfen müssen. Dies sind zum einen Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen, die zum Beispiel den Verlust oder die Schwächung [7] eines Sinnes [7, 8], Schäden am Gehirn [9] oder zum anderen die körperlichen Folgen psychischer Krankheiten [10] oder Stress [11] kompensieren müssen.

Daher ist auch kritisch mit der Darstellung dieser Kompensation als „Superkräfte“ [12-14] umzugehen, da sie als äußerst anstrengender und herausfordernder Prozess nur dann eingesetzt wird, wenn es zur Sicherung der Funktionsfähigkeit notwendig ist. Aus diesem Grund haben wir uns auch entschlossen, sie in dieser Episode als „versteckte Fähigkeiten“ zu bezeichnen.

Um wieder in die Metapher des Hauses überzugehen: Wir haben einen Speicher auf dem Dach, nur der Hauswart hat Zugang. Auf dem Speicher liegen schwere Decken über jeder Menge Krimskrams. Manche Sachen sind hier eingelagert, damit sie nicht im Haus herumstehen, andere sind von fernen Vorfahren übernommen und eigentlich schon in Vergessenheit geraten. Doch wenn es notwendig ist, findet der Hauswart hier immer ein geeignetes Möbelstück oder Gerät um das Haus wieder effizient einzurichten. Sollte der Körper zum Beispiel die Fähigkeit zum Sehen verlieren macht eine Leinwand oder Gemälde im Hobbyzimmer weniger Sinn und vielleicht stellt er stattdessen also einen Plattenspieler oder ein Radio auf und hängt Gemälde zum Ertasten an die Wand.

Neben körperlichen Kompensationen können auch Entwicklungsstörungen zu einem außergewöhnlichen Haus führen [15]. Diese können Schwierigkeiten mit der Einrichtung ihres Hauses haben und damit kann es zu Funktionsproblemen kommen. Gerade bei Störungen auf dem Autismusspektrum, scheint der Zusammenhang zwischen Reizaufnahme und ‑gewichtung, sowie deren Einordnung im Gehirn betroffen zu sein [16]. Ein mögliches Ergebnis ist die Einrichtung extrem spezialisierter Räume, in dem sich zu einem speziellen Punkt besonders gut arbeiten lässt. Das Resultat ist die Entwicklung besonders ausgeprägter Fähigkeiten in diesem Bereich, eine sogenannte Inselbegabung [17, 18].

Das Handeln des Hauswarts lässt sich von außen nicht wirklich nachvollziehen. Er tut, was getan werden muss, kann aber auf tiefergehende Störungen nur nach seinen Möglichkeiten handeln. Als natürliche Antwort sehen wir dann die Anpassungen und Kompensationen. Wir gewinnen jedoch durch die Forschung und die Beobachtung dieser besonderen Fälle einen besseren Einblick in die Arbeitsweisen des Hauswarts und vielleicht haben wir mittlerweile sogar die Möglichkeit ihn zu verstehen und auf ihn Einfluss zu nehmen, wie wir es vorher nicht konnten.


Wenn wir also jetzt bewusst die komplexen Prozesse der Reizverarbeitung in uns verstehen wollen, dann wäre das, als ob die Haushälterin einen Blick in die Arbeitswelt des Hauswarts wirft und vielleicht auf ihn sogar Einfluss nehmen kann. Dabei wird sie zu drei Räumen geführt, die sie vorher noch nie wahrgenommen hat und zu denen sie auch keine Schlüssel hat. In jedem Raum befindet sich ein wichtiger Aspekt der Arbeit des Hauswarts und ich möchte euch in diesem Kapitel erklären, was sie in den einzelnen Zimmern vorfindet:

Im ersten Raum, dem Dachspeicher, findet sie eine unüberblickbare Menge an Krimskrams. Hier scheinen allerlei Ersatzteile, Möbel und Geräte herumzustehen. Der Hauswart bedient sich hier, wenn nötig. Wenn die Einrichtung des Hauses nicht mehr optimal ist wurde sie geändert und damit erklärt sich, warum manche Räume nach und nach neu eingerichtet wurden. In einer hinteren Ecke jedoch stehen große Gerätschaften, die ihr komplett fremd scheinen. Der Hauswart erklärt, dass diese einfach Hinterlassenschaften von Vorfahren sind und er selber nicht wisse, welchen Zweck sie haben. Diese Gerätschaften sind Sinne, die noch als Überbleibsel aus der Evolution vorhanden sind, mittlerweile nicht mehr von uns eingesetzt werden können. Sie sind im wahrsten Sinne des Wortes „versteckte Fähigkeiten“.

Die Erste davon ist die Fähigkeit polarisiertes Licht wahrzunehmen [19]. Licht hat wegen seiner Welleneigenschaften immer eine bestimme Schwingebene. In unpolarisiertem Licht, so wie es von der Sonne oder einer Kerze kommt, liegen diese Ebenen kreuz und quer. Sendet man diese nun durch einen Polarisationsfilter, kann man die Lichtpartikel mit einer bestimmten Schwingebene herausfiltern. Dies wird zum Beispiel in 3D-Brillen genutzt, wobei der Filtern in einem Glas nur links-rechts-schwingendes Licht durchlässt, der Filter im anderen Glas nur oben-unten-Schwingendes. Im Resultat können damit zwei Bilder gleichzeitig an deine Augen übertragen werden, und es kann dir dadurch Dreidimensionalität vorgetäuscht werden. Polarisiertes Licht wird zum Beispiel auch von LCD-Bildschirmen ausgestrahlt, was durch ihren Aufbau bedingt ist. Deine Augen sind, auch einfach durch ihren Aufbau bedingt, in der Lage polarisiertes Licht zu identifizieren. Dabei sieht man eine schwache, farbige Erscheinung, ein sogenanntes Haidinger-Büschel. Man kann üben dieses zu sehen und dann auch in anderen natürlichen Prozessen finden. Einen wirklichen Nutzen hat diese Fähigkeit jedoch für uns nicht, weswegen sie auch so versteckt ist [20].

Eine weitere Fähigkeit ist sogar ein weiterer Sinn, den wir besitzen, jedoch nicht bewusst nutzen können: die Magnetorezeption. Tatsächlich besitzen wir einen sehr zurückentwickelten Sinn für Magnetfelder. Erst im März dieses Jahres erschien eine Studie, die dies stichhaltig nachwies. Dazu wurden Testpersonen in einer dunklen Kammer einem künstlichen Magnetfeld, welches ungefähr so stark, wie jenes der Erde war. Dieses konnte dann zusätzlich um die Testperson rotiert werden um die Reaktion auf die Richtungsänderung im Magnetfeld zu messen. Dabei wurden die Hirnströme der Testpersonen aufgezeichnet, um dann die unterbewusste Reaktion des Gehirns auf die Veränderungen zu messen. Es stellt sich heraus: das Gehirn reagiert tatsächlich. Es ist eine schwache, nicht wahrgenommene, aber trotzdem vorhandene Reaktion. Der YouTuber Derek Muller hat mit den Forschenden hinter dieser Studie ein Video produziert und auf seinem Kanal „Veritasium“ veröffentlicht, welches ich in den Shownotes verlinke [22].

So wie viele Vögel das Erdmagnetfeld zu ihrer Orientierung nutzen [23], besitzen viele Wasserlebewesen einen weiteren Sinn, der ihnen in ihrer Umgebung hilft: Elektrorezeption [24]. Im Gegensatz zu magnetischen Feldern, werden hier elektrische Ströme detektiert. Der afrikanische Elefantenrüsselfisch erzeugt zum Beispiel selbst elektrische Ströme und kann dadurch seine Umgebung wahrnehmen. Dabei ist die Elektrorezeption für ihn der primäre Sinn so relevant, wie es für uns das Sehen ist [25]. Klingt erstmal cool, dadurch dass wir Menschen jedoch Landlebewesen sind und über die Luft normalerweise keine elektrischen Ströme stattfinden, ist auch dieser Sinn uns Menschen nutzlos. Da unsere Nervenzellen jedoch auch über elektrische Ströme kommunizieren kann der Einfluss gespürt werden, wenn er direkt an sensitiven Stellen anliegt. Deswegen können wir zum Beispiel durch das Anlecken einer Blockbatterie bestimmen, ob sie leer ist. Dies jedoch als tatsächlichen Sinn im Menschen zu bezeichnen wäre jedoch im biologischen Sinne fragwürdig [26, 27].

Soviel zum ersten Raum, dem Speicher. Der zweite Raum, den wir uns nun anschauen, ist der Hausanschlussraum. So wie in einem normalen Haus die Heizung, Wasser, Strom und Abfluss angeschlossen sein müssen, damit man darin leben kann; so müssen auch im Körperprozesse wie Wärmeregulation [28], Sauerstoff- [29] und Wasserhaushalt [30] im Blut oder Puls kontrolliert werden. In diesem Raum wird also sichergestellt, dass das Haus bewohnbar ist und auch hier ist die einzige Person mit Kontrolle darüber: der Hauswart, oder so scheint es zumindest.

Du selbst hast keine direkte Möglichkeit deine Körpertemperatur oder deinen Blutdruck zu kontrollieren. Indirekt geht das jedoch schon. Du kannst zum Beispiel bewusst anfangen dich schnell zu bewegen und dadurch die Körpertemperatur erhöhen und deine Atmung verstärken. Welche versteckten Möglichkeiten gibt es aber darüber hinaus noch, um unterbewusste Funktionen des Körpers zu beeinflussen?

Dabei spielen ein Konzept eine zentrale Rolle, welches man vielleicht eher der Spiritualität, als  den Biowissenschaften zurechnet: Achtsamkeit. Über dieses als Trainingssubjekt der Meditation kann jedoch ein besseres Bewusstsein über die innerkörperlichen Prozesse erlernt werden [31, 32]. Positive Effekte konnten hierdurch bei verschiedenen Leiden oder Krankheiten beobachtet werden. Darunter Nikotinsucht [33] und Probleme im alternden Hirn [34], Diabetes [35], Parkinson [36], bis hin zu Angststörungen [37, 38]. Dabei wird jedoch das tatsächliche Ausmaß des Nutzens infrage gestellt [39, 40], wenn mögliche Schäden ausgeklammert oder wenn Experimente nach schlechten wissenschaftlichen Arbeitsweisen durchgeführt werden. Dazu zählt, dass Achtsamkeit an sich schwer zu definieren und zu messen ist und daher Vieles in dieses Konzept interpretiert werden kann [41]. Während man also auf eine ganze Reihe positiver Effekte, durch Achtsamkeitsmeditation hoffen kann, sollte man niemandem vertrauen, der es dir als alleiniges Heilmittel für Krankheiten verkaufen will und sollte sich der möglichen Gefahren bewusst sein.

Ein gutes Beispiel für die Möglichkeiten sich in der Wim-Hof-Methode. Benannt nach dem gleichnamigen niederländischen Extremsportler, der durch Atemübungen, Meditation dem sich Aussetzen einer kalten Umgebung die angeborene Immunantwort, seinen Puls und den Adrenalinspiegel im Blut beeinflusst um extremer Kälte widerstehen zu können. Dazu gehören Leistungen, wie 66 Meter unter Eis zu schwimmen oder einen Halbmarathon auf Eis und Schnee zu laufen, barfuß, und nur in Shorts.  Wie das überhaupt möglich sein kann,  konnte durch Analyse von Wim Hof selbst [42], aber auch anderen, die seine Methode trainierten untersucht werden [43]. Dabei zeigte sich vor allem die Aktivierung einer bestimmten Muskelgruppe beim Atmen, welche die notwendige Wärme produzieren und über die feinen Kapillaren in den Lungen gut weiterleiten kann. Im Gehirn wurden Zentren, die Schmerz- und Kältereize vom Körper empfangen herunterreguliert und stattdessen die stressinduzierte Schmerzlinderung und Aufmerksamkeit aktiviert.

Damit haben wir uns auch den zweiten Raum angeschaut, den Hausanschlussraum. Doch noch liegt der dritte und spannendste Raum vor uns, in dem sich die Fähigkeiten des schrulligen Hauswarts am beeindruckendsten zeigen.


Das dritte Zimmer ist ein weiterer Raum, dessen Existenz die Haushälterin noch nie bewusst realisiert hat. In einem dunklen, fensterlosen Raum finden sich Bildschirme und Lautsprecher, die das ganze Haus überwachen, in der Mitte steht ein großer Schreibtisch mit einem Tagesplan in der Mitte, der minutiös ausgefüllt ist. Außerdem steht dort ein Drucker; neben diesem Ausdrucke wie „Bald ist Essenszeit“, „Zeit sich mal wieder zu duschen“ oder „Es wird langsam spät“. Die Haushälterin erkennt diese Zettel wieder, weil diese sonst die einzige Weise sind, wie der Hauswart mit ihr kommuniziert. Willkommen im Kontroll- und Sicherheitszimmer.

In diesem Raum werden also die Entscheidungen getroffen, die du selbst nicht bewusst mitbekommst. Du verspürst am Ende nur den Drang zu essen, zu duschen oder schlafen zu gehen und musst dich dann wiederrum entscheiden ob und wie du dem Drang nachgehst. Die Beeinflussung durch das Unterbewusstsein betrifft auch schon die Sinne, die du anscheinend direkt wahrnimmst. Das kommt daher, weil die Sinnesorgane wesentlich mehr Informationen aufnehmen, als man verarbeiten kann. Durch Filter und Einordnung in Muster kann dann das scheinbar Relevante aus verschiedenen Sinnen bestimmt und verknüpft werden um dir dann einen Eindruck zu geben [44-46].

Dieser Prozess nennt sich multisensorische Integration und ist so komplex, dass man eine ganze Episode nur darüber schreiben könnte, nach welchen Prozessen im Gehirn planmäßig gearbeitet wird. In diesem Kapitel soll es aber darum gehen, wie diese planmäßigen Prozesse genutzt werden um dein Bewusstsein auszutricksen und wie sich dies eventuell medizinisch anwenden lässt.

[Akustischer Einspieler: Shepard-Skala] (https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Example_Shepard_Tones.ogg, Gemeinfreiheit angegeben)

Dies ist ein ganz einfaches Beispiel, das zeigt, dass das, was du wahrnimmst nicht unbedingt die Realität ist. Wahrnehmungstäuschungen, wie diese, die sogenannte Shepard-Skala, treten auf, wenn die aufgenommenen und wahrgenommenen Informationen nicht übereinstimmen, da das Gehirn versucht hat, durch die Uminterpretation die Wahrnehmung zu erleichtern [47, 48]. Erst wenn man sich bewusst auf die Täuschung konzentriert, wird die unterbewusste Interpretation gebrochen und du kannst die eigentliche Information besser wahrnehmen.

Dabei ist die Bedeutung des Sehsinns für uns von besonderer Bedeutung. Wir benutzen einen Großteil unserer Aufmerksamkeit zur Verarbeitung visueller Informationen, welche ja auch schon, wie gerade erwähnt, vorgefiltert und –interpretiert wurden. Daraus ergibt sich, dass eine Verschiebung in der Sinneswahrnehmung oft als visueller Effekt beschrieben wird. Dazu zählt, dass Halluzinationen meist visuell sind [49], der Detailreichtum, mit dem wir gedankliche Bilder kreieren [50, 51] oder das unwillkürliche Verknüpfen visueller Informationen mit denen anderer Sinne.

Diese Verknüpfung wird als Synästhesie bezeichnet. Obwohl diese Erscheinung ziemlich schwer ergreifbar ist und es noch Zweifel über ihre neurologische Nachvollziehbarkeit gibt [53], ist ihre tatsächliche Existenz mittlerweile akzeptiert. Dabei können die verschiedensten Sinneseindrücke eine unwillkürliche, aber direkte Reaktion auf einer anderen Ebene bedingen. Besonders häufig sind dabei Informationen betroffen, die bereits in ein Muster eingeordnet wurden, so wie etwa visuelle Informationen, die als Zahlen oder Buchstaben, oder akustische Informationen, die als Musik identifiziert wurden. Diese bedingen dann eine zusätzliche Erfahrung, wie der Zuordnung einer Farbe oder einer Anordnung in einer eventuell räumlich wahrgenommenen Sequenz [53]. Neben diesen häufigen Formen, findet man auch noch allerhand weiterer Verknüpfungen. Wie wäre es mit der lexikalen-gustatorischen Synästhesie, bei der Worte auch als Geschmäcker empfunden werden [54], oder einer Patientin, die nach einer Schädigung des Zwischenhirns, Geräusche als Berührungen mitwahrnimmt [55].

Ein damit verglichenes Konzept, welche auch einen unwillkürliche Reaktion auf einen Reiz ist, ist die autonome meridionale Sinnesantwort [56]. Oder kurz auf Englisch: ASMR. Dabei wird durch bestimmte Geräusche oder Bilder eine statische Berührungsempfindung ausgelöst, die als Kribbeln beschrieben wird und sich vom Kopf über Nacken und Schultern ausbreitet. ASMR wirkt entspannend, wohltuend und wärmend und grenzt sich damit von dem kribbelnden Gefühl ab, dass durch die Aktivierung der Kampf-oder-Flucht-Reaktion ausgelöst wird. Durch seine positive Wirkung wird ASMR, ähnlich wie Achtsamkeitsübungen, als möglicher Ansatz gegen Stress damit für psychisches und körperliches Wohlbefinden diskutiert [57].

Damit kommen wir zu einer weiteren Empfindung, die auch das Wohlbefinden beeinflusst, jedoch negativ: Schmerz [58, 59]. Den Sinn für Schmerz, die Nozizeption, habe ich ja in der Einleitung schon angesprochen und meinte, dass dieser ein Sonderfall sei. Der Grund dafür liegt in dem großen Unterschied zwischen den vom nozizeptiven Sinn aufgenommenen Reizen und dem tatsächlichen Empfinden von Schmerz. Ähnlich wie bei den vorhin angesprochenen optischen Täuschungen baut das Unterbewusstsein seine eigene Interpretation auf, nur dass hier eine viel stärkere, beabsichtigte Einflussnahme geschieht. Denn es spielen neben den Sinnesreizen auch Emotionen [60] und Erwartungen [61] eine Rolle. Problematisch wird dies, wenn man beim Arzt versucht objektiv Beschwerden zu kommunizieren. Wenn das Bein schmerzt, dann schmerzt es, auch wenn es körperlich gesehen keinen Grund dazu gibt. Dies führt die Forschung auf die Suche nach dem biologischen Ursprung des Schmerzes um körperlichen von wahrgenommenen Schmerz unterscheiden zu können [62].

Ein interessantes, wenn auch immer noch wenig verstandenes, Beispiel für rein psychisch wahrgenommene Schmerz sind Phantomschmerzen [63]. Nach dem Verlust eines Körperteils kann dieses noch wahrgenommen werden, häufig durch Schmerzen an besagtem, nicht mehr existenten Körperteil. Die Ursache dafür ist noch unklar, aber es scheint ein Anpassungsproblem des Gehirns zu sein. Bewegung, Tastsinn, Propriozeption, also der Sinn für die relative Position, und eben die Nozizeption des verlorenen Körperteils; all dies sind spezialisierte Systeme mit ihren Interpretationsmustern, die ihre Funktion verlieren. Bevor sie durch Anpassung an die neuen Umstände verlernt werden, sind die Interpretationsmuster jedoch noch da und diese Abweichung kann im Gehirn die Schmerzwahrnehmung aktivieren [64].

Dabei ist die Aktivität neuronalen Plastizität auch hier von entscheidender Bedeutung. Allein den funktionieren Körperteil an anderer Menschen zu sehen kann gegen Phantomschmerzen helfen [65]. Ein Ansatz ist die sogenannte Spiegeltherapie, bei der man den funktionieren Körperteil auf der einen Körperhälfte gespiegelt sieht und ihn damit mit der anderen Körperhälfte, also dem verlorenen Körperteil assoziiert [66]. Auch der Einsatz von Prothesen scheint einen Einfluss zu haben, da zum einen der Körperteil zumindest visuell da ist [67] und zum anderen, da das Gehirn gezwungen ist, den Umgang mit der Prothese zu lernen. Durch diesen Lernprozess werden neue Interpretationsmuster aufgebaut [68] und die alten gehen verloren. Ein sehr interessanter Fall ist dabei der Einsatz von Neuroprothesen. Dabei werden die Systeme, die zuvor den Körperteil kontrollierten umgelernt um eine Prothese zu steuern. Statt Muskelbewegungen werden also Bewegungen in mechanischen Bauteilen willentlich gesteuert [69]. Auch dieser Lernprozess hilft gegen Phantomschmerzen durch eine gezielte Beanspruchung der neuronalen Plastizität [70].

Dies bringt uns zurück zum Hauswart. Er mag schrullig sein, aber er tut was getan werden muss. Wenn ein Teil kaputt geht, oder seinen Nutzen verliert, sorgt er für Ersatz, so gut er kann. Wir verstehen ihn noch nicht wirklich, aber wir machen jeden Tag Fortschritte und verstehen mittlerweile, welche enorme Entscheidungskraft und Anpassungsfähigkeit da schlummert. Zwischen alten, unbrauchbaren Sinnen auf dem Dachspeicher; der Kontrolle körperlicher Prozesse im Hausanschlussraum und dem Kontrollzimmer, mit den Entscheidungen, wie welche Sinnesreize interpretiert und als Eindrücke an die Haushälterin weitergeleitet werden.


  1. Loenhoff, J. (1999). Zur Genese des Modells der funf Sinne. Sociologia Internationalis, 37(2), 221-244.
  2. Barnett-Cowan, M. (2013). Vestibular perception is slow: a review. Multisensory research, 26(4), 387-403.
  3. Tuthill, J. C., & Azim, E. (2018). Proprioception. Current Biology, 28(5), R194-R203.
  4. Hensel, H., & Schafer, K. (1984). Thermoreception and temperature regulation in man. In Recent advances in medical thermology (pp. 51-64). Springer, Boston, MA.
  5. Fuchs, E., & Flügge, G. (2014). Adult neuroplasticity: more than 40 years of research. Neural plasticity, 2014.
  6. Ackerman, C. (2018). What is Neuroplasticity? A Psychologist Explains. https://positivepsychologyprogram.com/neuroplasticity/, abgerufen 09.05.2019
  7. Sanda, N., Cerliani, L., Authié, C. N., Sabbah, N., Sahel, J. A., Habas, C., … & de Schotten, M. T. (2018). Visual brain plasticity induced by central and peripheral visual field loss. Brain Structure and Function, 223(7), 3473-3485.
  8. Webster, M. A. (2011). Adaptation and visual coding. Journal of vision, 11(5), 3-3.
  9. Stiles, J., Reilly, J., Paul, B., & Moses, P. (2005). Cognitive development following early brain injury: evidence for neural adaptation. Trends in cognitive sciences, 9(3), 136-143.
  10. Krishnan, V., & Nestler, E. J. (2008). The molecular neurobiology of depression. Nature, 455(7215), 894.
  11. De Kloet, E. R., Joëls, M., & Holsboer, F. (2005). Stress and the brain: from adaptation to disease. Nature reviews neuroscience, 6(6), 463.
  12. Loria, K. (2017). 7 amazing ‘superpowers’ that humans can develop to deal with extreme conditions. https://www.businessinsider.de/amazing-superpowers-that-humans-can-develop-to-deal-with-extreme-conditions-2017-6, abgerufen am09.05.2019
  13. Levac, K. (2012). Move over Superman – human echolocation is a real life superpower! http://explorecuriocity.org/Explore/ArticleId/945/move-over-superman-human-echolocation-is-a-real-life-superpower-945.aspx, abgerufen am 09.05.2019
  14. Bright Side (2017). 16 Real-Life Human Superpowers. https://brightside.me/wonder-curiosities/16-real-life-human-superpowers-382010/, abgerufen am 09.05.2019
  15. Meredith, R. M. (2015). Sensitive and critical periods during neurotypical and aberrant neurodevelopment: a framework for neurodevelopmental disorders. Neuroscience & Biobehavioral Reviews, 50, 180-188.
  16. Kilroy, E., Aziz-Zadeh, L., & Cermak, S. (2019). Ayres Theories of Autism and Sensory Integration Revisited: What Contemporary Neuroscience Has to Say. Brain sciences, 9(3), 68.
  17. Hughes, J. E., Ward, J., Gruffydd, E., Baron-Cohen, S., Smith, P., Allison, C., & Simner, J. (2018). Savant syndrome has a distinct psychological profile in autism. Molecular Autism, 9(1), 53.
  18. Baron-Cohen, S., Ashwin, E., Ashwin, C., Tavassoli, T., & Chakrabarti, B. (2009). Talent in autism: hyper-systemizing, hyper-attention to detail and sensory hypersensitivity. Philosophical Transactions of the Royal Society B: Biological Sciences, 364(1522), 1377-1383.
  19. Temple, S. E., McGregor, J. E., Miles, C., Graham, L., Miller, J., Buck, J., … & Roberts, N. W. (2015). Perceiving polarization with the naked eye: characterization of human polarization sensitivity. Proceedings of the Royal Society B: Biological Sciences, 282(1811), 20150338.
  20. Foster, J. J., Temple, S. E., How, M. J., Daly, I. M., Sharkey, C. R., Wilby, D., & Roberts, N. W. (2018). Polarisation vision: overcoming challenges of working with a property of light we barely see. The Science of Nature, 105(3-4), 27.
  21. Wang, C. X., Hilburn, I. A., Wu, D. A., Mizuhara, Y., Cousté, C. P., Abrahams, J. N., … & Kirschvink, J. L. (2019). Transduction of the Geomagnetic Field as Evidenced from Alpha-band Activity in the Human Brain. eNeuro, ENEURO-0483.
  22. Muller, D. (2019). Can Humans Sense Magnetic Fields? https://www.youtube.com/watch?v=dg3pza4y2ws, abgerufen 09.05.2019
  23. Mouritsen, H. (2015). Magnetoreception in birds and its use for long-distance migration. In Sturkie’s avian physiology (pp. 113-133). Academic Press.
  24. Crampton, W. G. (2019). Electroreception, electrogenesis and electric signal evolution. Journal of fish biology.
  25. Schumacher, S., De Perera, T. B., & Von Der Emde, G. (2017). Electrosensory capture during multisensory discrimination of nearby objects in the weakly electric fish Gnathonemus petersii. Scientific reports, 7, 43665.
  26. Ganson, T. (2018). The Senses as Signalling Systems. Australasian Journal of Philosophy, 96(3), 519-531.
  27. Keeley, B. L. (2002). Making sense of the senses: Individuating modalities in humans and other animals. The Journal of Philosophy, 99(1), 5-28.
  28. Morrison, S. F. (2016). Central control of body temperature. F1000Research, 5.
  29. Gourine, A. V., & Funk, G. D. (2017). On the existence of a central respiratory oxygen sensor. Journal of Applied Physiology, 123(5), 1344-1349.
  30. Gizowski, C., & Bourque, C. W. (2018). The neural basis of homeostatic and anticipatory thirst. Nature Reviews Nephrology, 14(1), 11.
  31. Tang, Y. Y., Hölzel, B. K., & Posner, M. I. (2015). The neuroscience of mindfulness meditation. Nature Reviews Neuroscience, 16(4), 213.
  32. Marchand, W. R. (2014). Neural mechanisms of mindfulness and meditation: evidence from neuroimaging studies. World journal of radiology, 6(7), 471.
  33. Tang, Y. Y., Tang, R., & Posner, M. I. (2013). Brief meditation training induces smoking reduction. Proceedings of the National Academy of Sciences, 110(34), 13971-13975.
  34. Gard, T., Taquet, M., Dixit, R., Hölzel, B. K., de Montjoye, Y. A., Brach, N., … & Lazar, S. W. (2014). Fluid intelligence and brain functional organization in aging yoga and meditation practitioners. Frontiers in aging neuroscience, 6, 76.
  35. Priya, G., & Kalra, S. (2018). Mind–Body Interactions and Mindfulness Meditation in Diabetes. European Endocrinology, 14(1), 35.
  36. Pickut, B. A., Van Hecke, W., Kerckhofs, E., Mariën, P., Vanneste, S., Cras, P., & Parizel, P. M. (2013). Mindfulness based intervention in Parkinson’s disease leads to structural brain changes on MRI: a randomized controlled longitudinal trial. Clinical neurology and neurosurgery, 115(12), 2419-2425.
  37. Hölzel, B. K., Hoge, E. A., Greve, D. N., Gard, T., Creswell, J. D., Brown, K. W., … & Lazar, S. W. (2013). Neural mechanisms of symptom improvements in generalized anxiety disorder following mindfulness training. NeuroImage: Clinical, 2, 448-458.
  38. Zeidan, F., Martucci, K. T., Kraft, R. A., McHaffie, J. G., & Coghill, R. C. (2013). Neural correlates of mindfulness meditation-related anxiety relief. Social cognitive and affective neuroscience, 9(6), 751-759.
  39. Baer, R., Crane, C., Miller, E., & Kuyken, W. (2019). Doing no harm in mindfulness-based programs: conceptual issues and empirical findings. Clinical psychology review.
  40. Van Dam, N. T., van Vugt, M. K., Vago, D. R., Schmalzl, L., Saron, C. D., Olendzki, A., … & Fox, K. C. (2018). Mind the hype: A critical evaluation and prescriptive agenda for research on mindfulness and meditation. Perspectives on Psychological Science, 13(1), 36-61.
  41. Dimidjian, S., & Segal, Z. V. (2015). Prospects for a clinical science of mindfulness-based intervention. American Psychologist, 70(7), 593.
  42. Kox, M., van Eijk, L. T., Zwaag, J., van den Wildenberg, J., Sweep, F. C., van der Hoeven, J. G., & Pickkers, P. (2014). Voluntary activation of the sympathetic nervous system and attenuation of the innate immune response in humans. Proceedings of the National Academy of Sciences, 111(20), 7379-7384.
  43. Muzik, O., Reilly, K. T., & Diwadkar, V. A. (2018). “Brain over body”–A study on the willful regulation of autonomic function during cold exposure. NeuroImage, 172, 632-641.
  44. Van Atteveldt, N., Murray, M. M., Thut, G., & Schroeder, C. E. (2014). Multisensory integration: flexible use of general operations. Neuron, 81(6), 1240-1253.
  45. DiCarlo, J. J., Zoccolan, D., & Rust, N. C. (2012). How does the brain solve visual object recognition?. Neuron, 73(3), 415-434.
  46. Carrasco, M. (2011). Visual attention: The past 25 years. Vision research, 51(13), 1484-1525.
  47. Eagleman, D. M. (2001). Visual illusions and neurobiology. Nature Reviews Neuroscience, 2(12), 920.
  48. Schlaffke, L., Golisch, A., Haag, L. M., Lenz, M., Heba, S., Lissek, S., … & Tegenthoff, M. (2015). The brain’s dress code: How the dress allows to decode the neuronal pathway of an optical illusion. Cortex, 73, 271-275.
  49. Pearson, J., & Westbrook, F. (2015). Phantom perception: voluntary and involuntary nonretinal vision. Trends in Cognitive Sciences, 19(5), 278-284.
  50. Pearson, J., Naselaris, T., Holmes, E. A., & Kosslyn, S. M. (2015). Mental imagery: functional mechanisms and clinical applications. Trends in cognitive sciences, 19(10), 590-602.
  51. Fulford, J., Milton, F., Salas, D., Smith, A., Simler, A., Winlove, C., & Zeman, A. (2018). The neural correlates of visual imagery vividness–An fMRI study and literature review. Cortex, 105, 26-40.
  52. Hupé, J. M., & Dojat, M. (2015). A critical review of the neuroimaging literature on synesthesia. Frontiers in human neuroscience, 9, 103.
  53. Day, S. (2005). Some Demographic and Socio-cultural Aspects of Synesthesia.
  54. Ward, J., & Simner, J. (2003). Lexical-gustatory synaesthesia: linguistic and conceptual factors. Cognition, 89(3), 237-261.
  55. Ro, T., Farnè, A., Johnson, R. M., Wedeen, V., Chu, Z., Wang, Z. J., … & Beauchamp, M. S. (2007). Feeling sounds after a thalamic lesion. Annals of Neurology: Official Journal of the American Neurological Association and the Child Neurology Society, 62(5), 433-441.
  56. Barratt, E. L., & Davis, N. J. (2015). Autonomous Sensory Meridian Response (ASMR): a flow-like mental state. PeerJ, 3, e851.
  57. Tihanyi, B. T., Ferentzi, E., Beissner, F., & Köteles, F. (2018). The neuropsychophysiology of tingling. Consciousness and cognition, 58, 97-110.
  58. Merskey, H. (1979). Pain terms: a list with definitions and notes on usage. Recommended by the IASP Subcommittee on Taxonomy. Pain, 6, 249-252.
  59. Treede R. D. (2018). The International Association for the Study of Pain definition of pain: as valid in 2018 as in 1979, but in need of regularly updated footnotes. Pain reports, 3(2), e643.
  60. Lumley, M. A., Cohen, J. L., Borszcz, G. S., Cano, A., Radcliffe, A. M., Porter, L. S., … & Keefe, F. J. (2011). Pain and emotion: a biopsychosocial review of recent research. Journal of clinical psychology, 67(9), 942-968.
  61. Benedetti, F., Lanotte, M., Lopiano, L., & Colloca, L. (2007). When words are painful: unraveling the mechanisms of the nocebo effect. Neuroscience, 147(2), 260-271.
  62. Derbyshire, S. W. (2016). Pain and the Dangers of Objectivity. In Meanings of Pain (pp. 23-36). Springer, Cham.
  63. Collins, K. L., Russell, H. G., Schumacher, P. J., Robinson-Freeman, K. E., O’conor, E. C., Gibney, K. D., … & Tsao, J. W. (2018). A review of current theories and treatments for phantom limb pain. The Journal of clinical investigation, 128(6), 2168-2176.
  64. Flor, H., Nikolajsen, L., & Jensen, T. S. (2006). Phantom limb pain: a case of maladaptive CNS plasticity?. Nature reviews neuroscience, 7(11), 873.
  65. Tung, M. L., Murphy, I. C., Griffin, S. C., Alphonso, A. L., Hussey‐Anderson, L., Hughes, K. E., … & Tsao, J. W. (2014). Observation of limb movements reduces phantom limb pain in bilateral amputees. Annals of clinical and translational neurology, 1(9), 633-638.
  66. Chan, B. L., Witt, R., Charrow, A. P., Magee, A., Howard, R., Pasquina, P. F., … & Tsao, J. W. (2007). Mirror therapy for phantom limb pain. New England Journal of Medicine, 357(21), 2206-2207.
  67. Preißler, S., Dietrich, C., Blume, K., Hofmann, G. O., Miltner, W. H., & Weiss, T. (2013). Plasticity in the visual system is associated with prosthesis use in phantom limb pain. Frontiers in human neuroscience, 7, 311.
  68. Karl, A., Mühlnickel, W., Kurth, R., & Flor, H. (2004). Neuroelectric source imaging of steady-state movement-related cortical potentials in human upper extremity amputees with and without phantom limb pain. Pain, 110(1-2), 90-102.
  69.  Petersen, B. A., Nanivadekar, A. C., Chandrasekaran, S., & Fisher, L. E. (2019). Phantom limb pain: peripheral neuromodulatory and neuroprosthetic approaches to treatment. Muscle & nerve, 59(2), 154-167.
  70. Yanagisawa, T., Fukuma, R., Seymour, B., Hosomi, K., Kishima, H., Shimizu, T., … & Saitoh, Y. (2016). Induced sensorimotor brain plasticity controls pain in phantom limb patients. Nature communications, 7, 13209.

Neuronale Plastizität: Ackerman, C. (2018). What is Neuroplasticity? A Psychologist Explains. https://positivepsychologyprogram.com/neuroplasticity/, abgerufen 09.05.2019

Magnetsinn im Menschen: Muller, D. (2019). Can Humans Sense Magnetic Fields? https://www.youtube.com/watch?v=dg3pza4y2ws, abgerufen 09.05.2019

Share this Post

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Sie sollten das verwenden HTML Schlagworte und Attribute: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>
*
*